
Karte, Wegbeschreibung, Busfahrplan
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Vor 10.000 Jahren kamen die ersten Jäger und Sammler zu diesen zehn Inseln, die, vom Inlandeis befreit und der Landhebung unterworfen, Tjörn bildeten. Hier lebten die Menschen von den reichen Fischgewässern sowie den Wildtieren und essbaren Pflanzen des Festlands. In der späten Steinzeit wurde das Land kultiviert und die Menschen ließen sich nieder. In Tosskärr auf Tjörn wurden Überreste des Alltagslebens aus frühester Zeit gefunden. Bronzezeitmenschen ritzten Bilder von Göttern, Menschen und Schiffen in den Granit von Tjörn sie hinterließen Spuren, die heute noch in der Landschaft zu entdecken sind, z.B. auf den Grabfeldern in Pilane und Svanvik.
In
den fruchtbaren Tälern zwischen den Felsenbergen wurde im Laufe der Jahrhunderte
kleinparzellige Landwirtschaft betrieben. Um keinen wertvollen Ackerboden zu
verschenken, wurden die Häuser an die Felshänge gebaut und die Steine,
die in großer Zahl auf den Äckern lagen, um die Felder herum in mühseliger
Arbeit zu Mauern aufgeschichtet. Während der sog. Heringsperioden (Sillperioderna")
entwickelten sich dichtbesiedelte Fischerdörfer mit Heringssalzereien und
Trankochereien, in denen zahlreiche ausländische Gastarbeiter beschäftigt
waren. Kontakte wurden vor allem in westlicher Richtung geknüpft
über das Meer und die Fischerei. Der Kontakt mit Dänemark, Norwegen,
Island, dem übrigen Norden und den britischen Inseln hinterließ seine
Spuren in Sprache, Musik und Kulturtraditionen. Dem Umstand, dass die historische
Landschaft Viken das heutige Bohuslän bis 1658 dem dänisch-norwegischen
Reich angehörte, verdanken die Menschen dieses Küstenstreifens eine
Geschichte, die sich teilweise von der des übrigen Schweden unterscheidet.
Heute setzt Schwedens drittgrößte Transportflotte vom Heimathafen Skärhamn aus die Wirtschaftstraditionen Tjörns fort. Unternehmen wie B&N, Nordsjöfrakt und Ferm operieren weltweit, und Wallhamn ist ein wichtiger Verschiffungshafen an der schwedischen Westküste. Die Fischverarbeitung wird u.a. auf Klädesholmen weiter betrieben, wo heute 8 Konservenfabriken angesiedelt sind. Es ist weiterhin geplant, Rönnäng zu einem Fischereizentrum der Westküste zu entwickeln. Mittelständische Unternehmen, vor allem in der metallverarbeitenden Industrie, verzeichnen einen Aufschwung, und 1999 gab es auf Tjörn 700 eingetragene Unternehmen. Tjörn profitiert ebenso von seiner Nachbarschaft zu Göteborg und Stenungsund wie von seiner strategischen Lage in Skandinavien. Maßnahmen zur Förderung der Schäreninseln, der Umweltgedanke, IT und Tourismus im kleinen Format tragen Tjörn in die Zukunft.
Die Kultur hat sich über Jahrhunderte aus den Lebensbedingungen der Menschen entwickelt wie überall. Einige der Spuren in der Landschaft blieben erhalten und eine behutsame Ausweitung der Wohngebiete und des Straßennetzes nimmt so weit es irgend geht Rücksicht auf Altehrwürdiges. Sagen und Mythen leben in einer intensiven Erzähltradition fort, die heute von den 9 Bibliotheken Tjörns zumeist in Zusammenarbeit mit den Schulen vor Ort verwaltet und archiviert wird. Die Bibliothek hat zudem die Rolle als modernes Informationszentrum übernommen.Kirche, Antialkoholikerorganisationen und die Heimvolkshochschule Billströmska folkhögskolan fungieren bereits seit Jahrzehnten als aktive Kulturträger. Sie erfüllen diese Funktion auch weiterhin, zusammen mit den rund zwanzig auf Tjörn tätigen Kulturvereinigungen in den Bereichen Heimatkunde, Kunst, Kunsthandwerk, Musik, Theater u.v.m. Museen informieren über die ländliche Kultur und die Traditionen in Seefahrt und Fischverarbeitung. Aufbauend auf der Liedtradition der Insel wurde auf Åstol zehn Jahre lang ein Liederfestival veranstaltet; heute ist diese kleine Insel bekannt für ihre Liederabende und ihren Charakter als Sommerkolonie von Kulturschaffenden. Die Landschaft, das Meer und das außergewöhnliche Licht haben zu allen Zeiten Künstler nach Tjörn gezogen, aber auch auf der Insel hervorgebracht. Künstlernamen wie Tor Bjuström, Olle Skagerfors, Maj Arnell, Claes Hake und viele andere mehr haben zu verschiedensten Zeiten Tjörn zu einem Begriff in der Kunstwelt gemacht. In Göran Dahlhovs Büchern erobern Bilder von der Landschaft, der Flora und Fauna auf Tjörn die ganze Welt. Der Schriftsteller Pentti Saarikoski machte Tjörn zu seiner zweiten Heimat und für Birgitta Stenberg ist Åstol die Basis ihres Schreibens. Die Kultur vereint Altes mit Neuem, Heimatliches mit Einflüssen aus der Fremde. So wie sie es immer getan hat.
Traditionell haben Wirtschafts- und Kulturleben auf Tjörn eines gemeinsam: Gewohnheit im Umgang mit und Offenheit gegenüber der nordischen Staatengemeinschaft. Die Errichtung des Nordiska Akvarellmuseet in Skärhamn ist eine natürliche und früchtetragende Fortsetzung dieser traditionellen Offenheit.
| DAS NORDISKA AKVARELLMUSEET |
Södra hamnen 6
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| info@akvarellmuseet.org |